Bava Kamma 218

Kapitel 218

א מכלל דרבי יוסי הגלילי סבר אפילו לנפשיה נמי מצי מחיל אלא גזל הגר דקאמר רחמנא נתינה לכהנים היכי משכחת לה
1 Demnach ist R. Jose der Galiläer der Ansicht, man könne auch sich selber gegenüber verzichten, wieso kann es nun vorkommen, daß man den Raub eines Proselyten an die Priester abzuliefern hat, wie es der Allbarmherzige bestimmt hat!?
ב אמר רבא הכא במאי עסקינן כשגזל את הגר ונשבע לו ומת הגר והודה לאחר מיתה דבעידנא דאודי קנאו השם ונתנו לכהנים
2 Raba erwiderte: In dem Falle, wenn er einen Proselyten beraubt und es abgeschworen hat, worauf der Proselyt gestorben ist und er nach dessen Tode ein Geständnis abgelegt hat; bei seinem Geständnisse hat Gott es erworben und den Priestern gegeben.
ג בעי רבינא גזל הגיורת מהו (במדבר ה, ו) איש אמר רחמנא ולא אשה או דלמא אורחיה דקרא הוא
3 Rabina fragte: Wie verhält es sich mit dem Raube einer Proselytin? Der Allbarmherzige spricht von einem Manne, schließt also eine Frau aus, oder aber ist dies nur die gewöhnliche Redensart der Schrift?
ד אמר ליה רב אהרן לרבינא תא שמע דתניא איש אין לי אלא איש אשה מנין כשהוא אומר (במדבר ה, ח) המושב הרי כאן שנים
4 R. Ahron erwiderte Rabina: Komm und höre; es wird gelehrt:<i>Mann</i>, ich weiß dies nur von einem Manne, woher dies von einer Frau? Wenn es <i>zurückerstatten</i> heißt, so sind es zwei.
ה א"כ מה ת"ל איש איש אתה צריך לחזור אחריו אם יש לו גואלים אם לאו קטן אי אתה צריך לחזור אחריו בידוע שאין לו גואלין
5 Wieso heißt es demnach <i>Mann</i>? Bei einem Manne muß man nachforschen, ob er Verwandte hat oder nicht, bei einem Minderjährigen aber braucht man nicht nachzuforschen, denn es ist sicher, daß er keine Verwandten hat.
ו תנו רבנן (במדבר ה, ח) לה' לכהן קנאו השם ונתנו לכהן שבאותו משמר אתה אומר לכהן שבאותו משמר או אינו אלא לכל כהן שירצה כשהוא אומר (במדבר ה, ח) מלבד איל הכפורים אשר יכפר בו עליו הרי לכהן שבאותו משמר הכתוב מדבר
6 Die Rabbanan lehrten:<i>Dem Herrn, dem Priester</i>, Gott hat [das Geraubte] geeignet und es dem Priester der jeweiligen Priesterwache gegeben. Du sagst, dem Priester der jeweiligen Priesterwache, vielleicht ist dem nicht so, sondern man könne es jedem beliebigen Priester geben? Es heißt
ז ת"ר הרי שהיה גוזל כהן מנין שלא יאמר הואיל ויוצא לכהנים והרי הוא תחת ידי יהא שלי ודין הוא אי בשל אחרים הוא זוכה בשל עצמו לא כ"ש
7 Die Rabbanan lehrten: Woher, daß der Räuber, wenn er selbst Priester ist, nicht sagen darf: da es für die Priester bestimmt ist und sich in meinem Besitze befindet, so will ich es behalten? Dies wäre auch durch einen Schluß zu folgern: wenn er fremdes erhält, um wieviel mehr sein eigenes.
ח רבי נתן אומר בלשון אחר ומה דבר שאין לו חלק בו עד שיכנס ברשותו כשיכנס לרשותו אינו יכול להוציאו מידו דבר שיש לו חלק בו עד שלא יכנס ברשותו משנכנס לרשותו אינו דין דאין אחר יכול להוציאו מידו
8 R. Nathan lehrte dies in einer anderen Fassung: wenn man ihm eine Sache, an der er erst wenn sie in seinen Besitz gekommen beteiligt ist, sobald sie in seinen Besitz gekommen ist, nicht mehr abnehmen darf, um wieviel weniger darf man ihm eine Sache, an der er noch bevor sie in seinen Besitz gekommen beteiligt ist, sobald sie in seinen Besitz gekommen ist, abnehmen.
ט לא אם אמרת בדבר שאין לו חלק בו שכשם שאין לו חלק בו כך אין לאחרים חלק בו תאמר בגזל שכשם שיש לו חלק בו כך יש לאחרים חלק בו אלא גזילו יוצא מתחת ידו ומתחלק לכל אחיו הכהנים
9 Aber nein, wenn dies von einer Sache gilt, an der er nicht beteiligt ist, an der aber auch die anderen ebensowenig beteiligt sind wie er, sollte dies auch vom Raube gelten, an dem auch die anderen ebenso beteiligt sind wie er!? Der Raub kommt daher aus seinem Besitze und wird an seine Priesterbrüder verteilt. –
י והכתיב (במדבר ה, י) ואיש את קדשיו לו יהיו הכא במאי עסקינן בכהן טמא
10 Es heißt ja aber:<i>was irgend jemand heiligt, soll ihm gehören</i>!? – Hier handelt es sich um einen [levitisch] unreinen Priester. –
יא אי בכהן טמא דבר שיש לו חלק בו מי אית ליה אלא אתיא לכהן לכהן משדה אחוזה
11 Ein unreiner Priester erhält ja davon keinen Anteil!? – Vielmehr, dies ist aus [dem Worte] <i>Priester</i> zu folgern, das auch beim Gesetze vom Erbbesitzfelde gebraucht wird.
יב דתניא (ויקרא כז, כא) אחוזתו מה ת"ל מנין לשדה היוצאה לכהנים ביובל וגאלה אחד מן הכהנים מנין שלא יאמר הואיל ויוצאה לכהנים ביובל והרי היא תחת ידי תהא שלי
12 Es wird nämlich gelehrt:<i>Erbbesitz</i>, dies deutet auf das folgende: Wenn ein Priester ein Feld, das im Jobeljahre den Priestern zufällt, gekauft hat, so kann dieser nicht sagen: da es im Jobeljahre den Priestern zufällt und sich nun in meinem Besitze befindet, so behalte ich es.
יג ודין הוא בשל אחרים אני זוכה בשל עצמי לא כ"ש
13 Dies wäre auch aus einem Schluß zu folgern: wenn ich fremdes erhalte, um wieviel mehr meines.
יד ת"ל (ויקרא כז, כא) כשדה החרם לכהן תהיה אחוזתו אחוזה שלו ואין זו שלו הא כיצד יוצאה מתחת ידו ומתחלקת לכל אחיו הכהנים:
14 Daher heißt es:<i>wie ein dem Banne verfallenes Feld, dem Priester fällt der Erbbesitz zu</i>; nur sein Erbbesitz gehört ihm, nicht aber gehört ihm dieses. Es wird ihm vielmehr abgenommen und an seine Priesterbrüder verteilt.
טו תנו רבנן מנין לכהן שבא ומקריב קרבנותיו בכל עת ובכל שעה שירצה תלמוד לומר (דברים יח, ו) ובא בכל אות נפשו ושרת
15 Die Rabbanan lehrten: Woher, daß ein Priester nach Belieben zu jeder Zeit und Stunde kommen und seine eigenen Opfer darbringen dürfe? Es heißt:<i>er kann ganz nach seinem Belieben kommen und Dienst tun</i>.
טז ומניין שעבודתה ועורה שלו תלמוד לומר (במדבר ה, י) ואיש את קדשיו לו יהיו הא כיצד אם היה בעל מום נותנה לכהן שבאותו משמר ועבודתה ועורה שלו
16 Woher ferner, daß das Fleisch und die Haut ihm gehören? Es heißt: <i>was irgend jemand heiligt, soll ihm gehören</i>. Wenn er gebrechenbehaftet ist, so gebe er es einem Priester der jeweiligen Priesterwache, und das Fleisch und die Haut gehören ihm;